Wie funktioniert EMS?

Muskeln benötigen Reize, um aktiviert zu werden. Im Alltag werden diese über das zentrale Nervensystem ausgelöst und über das Rückenmark und Nervenfasern an die entsprechenden Muskeln weitergeleitet. Bereits diese körpereigenen Reize sind im physikalischen Sinn elektrischer Natur.

EMS ist letztlich nichts anderes als eine gezielte Verstärkung dieser körpereigenen elektrischen Reize von außen.

Die besten Resultate werden erzielt, wenn man aktive Übungen und elektrische Reize kombiniert. Auf jede Übung, die zur Kontraktion der Muskulatur führt, wird zusätzlich ein entsprechender elektrischer Impuls von außen gesetzt. Der Muskel erfährt so eine zusätzliche Spannungserhöhung, eine optimierte Frequentierung und Rekrutierung seiner Fasern und damit eine noch effektivere Reizsetzung.

Sofortige Förderung des wichtigsten Muskelfasertyps.

Im Alltag und bei normalem Krafttraining im Fitnessstudio werden immer zuerst langsame Muskelfasern des Typs 1 (Slow-Twitch-Fasern) gefördert, erst bei höherer Beanspruchung die für den Muskelaufbau relevanteren schnellen und kräftigen Fasern des Typs 2 (Fast-Twitch-Fasern).

Schonung des Bewegungsapparates.

EMS-Training ist „zusatzlastfrei“. Trainingsintensität entsteht bei EMS nicht durch hohe Gewichte, sondern durch die Elektrostimulation. Und das ist viel schonender für Gelenke und Bewegungsapparat.  Beim EMS-Training werden die Trainingsintensitäten durch Elektrostimulation erzeugt; somit ist ein gelenkschonendes Training ohne extra Belastung durch Gewichte / Hanteln möglich.

Ausgleich muskulärer Dysbalancen.

EMS erlaubt die gezielte Ansteuerung von Muskelgruppen. Das ist besonders wichtig, wenn muskuläre Unterschiede ausgeglichen werden sollen. Langes Sitzen am Schreibtisch führt beispielsweise zu einer Verkürzung der Brustmuskulatur mit gleichzeitiger Schwächung der Schulter und Rückenmuskulatur.

Auswirkungen der Muskelstimulation auf die Kraftfähigkeit.

Mit EMS kann eine stärkere Kontraktion des Muskels erzeugt werden als bei willkürlicher Kraftentfaltung. Auch die schnell zuckenden Muskelfasern des Typs 2 und die Rumpfmuskulatur werden erwiesenermaßen gefördert.

  Maximalkraft und Kraftausdauer.

Untrainierte können von ihrem Kraftpotenzial nur ca. 40 bis 70 % willkürlich ansteuern. EMS reduziert dieses Kraftdefizit zwischen Maximal- und Absolutkraft, weil durch EMS die motorischen Einheiten besser synchronisiert und aktiviert werden. Auch die Kraftausdauer nimmt durch EMS nachweislich spürbar zu.

Muskelaufbau (Hypertrophie).

Die bereits erwähnten Maximalkraftzuwächse durch EMS sind im Wesentlichen auf eine Vergrößerung der Muskelmasse zurückzuführen. Umfangsvergrößerungen an Brust, Armen und Beinen sind häufig schon nach wenigen Trainingseinheiten spürbar.

Ausgleich muskulärer Dysbalancen, bessere Haltung, weniger Rückenschmerzen.

Ungleichgewicht bei der Haltemuskulatur im Rücken, Bauch und Beckenboden sind weitverbreitete Leiden. Mit EMS kann man diese schwierigen Muskelgruppen gezielt ansprechen und effektiv trainieren; insbesondere bei der Dysbalance-Folge und „Volkskrankheit“ Rückenschmerzen sind bemerkenswerte Ergebnisse erzielbar, mit weitgehender Beschwerdefreiheit nach kürzester Zeit. Gleichzeitig werden kompensatorische Fehlhaltungen korrigiert, was letztlich wiederum zu einer Verbesserung von Haltung und Beweglichkeit führt.

Muskelaufbau nach Operationen.

Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass man mit EMS den Muskelwiederaufbau nach einer Operation effektiv beschleunigen kann. Als besonders vielversprechend hat sich dabei der Einsatz in der Akutphase kurz nach dem Eingriff erwiesen.

Leistungssteigerung im Sport.

Kraftfähigkeit ist in vielen Sportarten leistungsmindernd. EMS bietet sich an, wenn gezielt sportartspezifische Kraftfähigkeit aufgebaut, die Qualität der Muskelkontraktionen verbessert und Ungleichgewichte ausbalanciert werden sollen. Zusätzlich bietet sich EMS gerade im Leistungssport mit seinen vielen technik- und taktikspezifischen Trainingseinheiten als zeitsparende Alternative zu konventionellem Krafttraining an.

Lösung von Muskelverspannungen.

EMS-Training fördert die Muskeldurchblutung und hilft dadurch, Verspannungen in der Muskulatur, Kontrakturen oder Knötchen zu lösen.